Rechenschwierigkeiten | Rechenschwäche
Rechenstörung (Dyskalkulie)

Von Geburt an entwickeln Kinder entscheidende Vorläuferfertigkeiten für spätere schulische Lernprozesse. So auch für das Erlernen mathematischer Zusammenhänge. Aufgabe eines Trainingsprogrammes ist es, Entwicklungsrückstände zu erkennen und entlang der Entwicklungsstufen den Aufbau der mathematischen Konzepte und Rechenkompetenzen zu fördern. Elementar sind die Bewegungserfahrungen, die auch die Voraussetzungen für Wahrnehmungsprozesse schaffen sowie der Bereich der visuellen Wahrnehmung.

  • Sie wünschen sich, dass Ihr Kind ein Verständnis für Mengen und Zahlen entwickelt?
  • Sie wünschen sich, dass Ihr Kind sich Rechenwege merken kann?
  • Sie wünschen sich, dass die Hausaufgabensituation entspannter wird?
  • Sie wünschen sich, dass Ihr Kind sich besser konzentrieren kann?
  • Sie wünschen sich, dass Ihr Kind mehr Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten bekommt?

Ziel des Rechentrainings ist die Entwicklung kognitiver mathematischer Kompetenzen und der Aufbau eines sicheren mathematischen Konzeptwissens. Notwendig ist dazu die Rekonstruktion mathematischer Vorstellungen und Fertigkeiten des Schülers von den elementaren Grundlagenkenntnissen bis hin zu jenen Themenbereichen, mit denen er sich im aktuellen (Schul-)Alltag konfrontiert sieht.

Das Dyskalkulie-Training besteht aus drei Stufen:

Vorstufe: Notwendige Basisfähigkeiten werden überprüft

  • Räumliche und zeitliche Beziehung und Orientierung:
    links, rechts, oben, unten, vorne, hinten, hinter, vor, über, unter …
  • Visuomotorische Koordination: z.B. Auge-Hand-Koordination:
    Die Fähigkeit, Bewegungen des Körpers oder Teile des Körpers  mit dem Sehen zu koordiniert.
  • Wahrnehmungskonstanz:
    Geometrische Figuren werden unabhängig von Größe, Farbe, Blickwinkel, Lage und  Veränderungen der Entfernung wiedererkannt.
  • Figur-Grund-Wahrnehmung:
    Figuren und Formen werden  innerhalb einer komplexen Umgebung erkannt.  Visuelle Reize werden auf die wichtigsten Merkmale reduziert.
  • Visuelles Gedächtnis:
    Eigenschaften eines Objektes können auf andere Objekte übertragen werden. Erkennen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Es entsteht ein mentale Repräsentation und Abstraktion.
  • Sprachentwicklung:
    Das Sprachverständnis ist die Basisfähigkeit für das Verstehen räumlicher und zeitlicher Handlungsabläufe und der mathematischen Ausdrucksfähigkeit.

Stufe 1: Das Aufmerksamkeits-Training

Mit dem Aufmerksamkeits-Training erlernen Kinder und Jugendliche die Reize der Umwelt bewusst zu filtern, die Aufmerksamkeit zu lenken bzw. sich auf etwas zu konzentrieren. Nur was im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, kann langfristig gespeichert werden. Entspannungsübungen dienen dem Abbau von Unruhe, Stress und Lern- und Prüfungsängsten. Mit Selbstinstruktionstechniken werden Lernmotivation und Anstrengungsbereitschaft  gesteigert und  Voraussetzungen für optimale Handlungsplanung und –ausführung geschaffen.

Stufe 2: Das prä-numerische Training

Mathematische Grundfähigkeiten der Mathematik- und Rechenkonzepte werden erarbeitet. Einsicht in Schlüsselbegriffe wie: Veränderung – vorher – nachher,  Reihenfolge, Zeit und Ordnung als Grundvoraussetzung für ein Verständnis der Mathematik.  Das Mengen- und Zahlenverständnis wird aufgebaut durch:  Klassifikation, Seriation, Mengenvergleich, Mengenerfassung, Zählfertigkeit mit Zählprinzipien, Zahlzerlegung, mathematische Symbole und das arabische Zahlenwissen.  Entwicklung von der zählenden zur nicht zählenden Strategie. Training der visuellen Raumwahrnehmung und Raumvorstellung mit  praktisch-gegenständlichen Handlungen und didaktischen Lernmaterialien.

Stufe 3: Das Rechentraining

Systematischer Aufbau aller Rechenoperationen, Einsicht in die Rechenstrategien und Sicherung des Stellenwertsystems.  Das Wissen wird auf verschiedenen Repräsentationsebenen vermittelt: Von der konkreten Handlungsstufe mit Material über die anschauliche Stufe mit bildlicher Darstellung zur symbolischen Zahlenstufe mit abstrakten Zeichen und Symbolen.  Rechnen mit Größen und Maßeinheiten. Text-und Situationsverständnis von Sachaufgaben und Textaufgaben mit Lesetechniken. Förderung der Rechengeschwindigkeit.

Ein gemeinsamer Trainingsplan garantiert die nachhaltige Verankerung der neuen Lerntechniken in den Schul- und Arbeitsalltag. Die neuen Lernprozesse werden durch häusliche Übungen automatisiert.

Was aber genau ist Mathematik?

Mathematik ist die Wissenschaft der Muster und Strukturen. Schauen wir uns die Natur an: Pflanzen, Blätter, Tiere, überall finden wir Regelmäßigkeiten und  Symmetrien. Mathematik kategorisiert und verallgemeinert. Verallgemeinern heißt Abstrahieren. Mathematisches Denken geschieht  auf der Grundlage visueller Vorstellungsbilder auf der Vorstellungsebene. Wenn wir über etwas sprechen oder nachdenken, so muss der Gegenstand, das Ereignis nicht unmittelbar präsent sein. Abstraktionsfähigkeit ist eine Voraussetzung für kognitive Prozesse, für Denken und effizientes Lernen und mathematisches Verständnis. Mathematisches Denken ist eine eigene Welt mit einer eigenen Sprache voller Symbole.

Brücke über den großen Belt Vagn Lundsgaard Hansen - Dyskalkulie-Training
Ein Schüler braucht die Verbindung zwischen Theorie im Unterricht und Anwendung in der Welt.

Nur ein Beispiel: Wir alle brauchen und benutzen Brücken über Flüsse, Täler, Straßen oder Schienen. Mit Hilfe der Mathematik, mit Hilfe einer Gleichung, bestimmten wir die Brückenformen (Parabelbrücken) und schlagen so eine „Brücke zwischen Mathematik und der Welt“.