Lernstörungen| Einfach anders lernen. Sun, 26 Dec 2021 10:19:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://talententwicklung.org/wp-content/uploads/2021/10/cropped-Favicon_Zeichenfläche-1-32x32.png Lernstörungen| 32 32 207283683 Resilienz dient als Schutzschild unserer Seele https://talententwicklung.org/3727-2/ Sat, 25 Dec 2021 19:58:29 +0000 https://talententwicklung.org/?p=3727 Wovon hängt es im Leben ab, ob jemand zu einer stabilen Persönlichkeit heranwächst und sich zu einem psychisch widerstandsrobusten Menschen entwickelt? Das Zauberwort der Wissenschaft heißt: Resilienz. Und wie belastbar sind Sie? Wie gehen Sie mit Veränderungen um? Der Begriff

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Wovon hängt es im Leben ab, ob jemand zu einer stabilen Persönlichkeit heranwächst und sich zu einem psychisch widerstandsrobusten Menschen entwickelt? Das Zauberwort der Wissenschaft heißt: Resilienz. Und wie belastbar sind Sie? Wie gehen Sie mit Veränderungen um?

Der Begriff ‚Resilienz‘ stammt aus der Physik und bezeichnet Stoffe, die sich unter Druck verformen lassen und danach aber wieder in Ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Wie beispielsweise ein Schwamm, den man ausdrückt oder ein Tennisball, der auf einen Schläger trifft. „Trifft ein Stressereignis auf mich ein, reagiere ich eventuell kurz mit Schlafstörungen, aber generell schaffe ich es, meine seelische Gesundheit aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.“, so formuliert es die Resilienzforscherin Dr. Isabella Helmreich.

Resiliente Menschen zeigen nach Stressereignissen weniger körperliche Symptome und ein anpassungsfähigeres Gehirn als andere Mitmenschen. Sie verfügen über aktive Stressbewältigungsstrategien und neigen zu einer eher optimistischen Lebenshaltung. Sie verfügen über mehr soziale Kontakte und achten auf eine gesunde Lebensweise.

Kernmerkmale seelischer Widerstandkraft

Was haben resiliente Menschen gemeinsam? Sie finden relativ schnell wieder in ihren Gleichgewichtszustand zurück. Sie durchleben diese Krisenzeit oder andere Widrigkeiten ganz bewusst. Sie erfahren gleichermaßen einen Zuwachs an Belastbarkeit und gehen aus einer Krise gestärkt hervor.

Die Wissenschaft durchdringt dieses Phänomen immer tiefer. Es ist eng verknüpft mit Stress und Angst und den organischen Reaktionen unseres Stresssystems im Körper. Bei resilienten Menschen sinken die Stresshormone schneller. Entzündungsprozesse oder Herz-Kreislauferkrankungen sind seltener oder fallen schwächer aus. Sie produzieren Botenstoffe, die das Gedächtnis stärken und den Aufbau neuer Verknüpfungen ermöglichen.

Heute wissen wir, dass hierfür nicht alleine die genetische Disposition verantwortlich ist, sondern das Zusammenspiel mit unserer Umwelt. Aber welche Faktoren sind für die seelische Widerstandfähigkeit eines Menschen zuständig?

Schutzfaktoren psychischer Widerstandfähigkeit

Resiliente Menschen haben starke soziale Kompetenzen und sind von einem stabilen sozialen Netzwerk umgeben. Das wiederum gibt ihnen Sicherheit und festigt ihr Selbstkonzept. Die Bindung liefert Vorbilder auch zu Menschen, die bereits Krisen erfolgreich gemeistert haben. Hieraus ziehen sie die Überzeugung und Kraft, Schicksalsschläge oder Krankheiten auch erfolgreich bewältigen zu können. Der Austausch mit den Erfahrungen anderer, die Tendenz im Umkehrschluss auch anderen zu helfen und beizustehen, führt dazu, eigene Erlebnisse und Sichtweisen neu zu überdenken. Daraus entwickelt sich ein flexibleres Repertoire auf veränderte Bedingungen zu reagieren.

Resiliente Menschen akzeptieren auch schneller das Unausweichliche und können mit positivem Optimismus in die Zukunft sehen. Sie haben die Gabe, das Glas als ‚halb voll‘ zu beschreiben. Wir konzentrieren uns allzu oft auf das, was nicht klappt. Wenn sich eine Chance, eine Tür schließt, so schauen wir meist auf diese geschlossene Tür und bemerken nicht, wie sich eine andere Tür für uns auftut. Verhaltensmuster wie “Das schaff ich ja sowieso nicht“ oder „Das hat alles keinen Sinn“ sind in der Psychologie als selbsterfüllende Prophezeiung bekannt. Was ich denke, beeinflusst mein Handeln. Ich kann mir also mit meiner Einstellung im Privatleben oder Beruf selbst im Wege stehen oder mich beflügeln.

Resilienz lässt sich trainieren

Lange Zeit glaubte man Resilienz sei eine genetisch bedingte feste Größe. Neue Studien belegen aber, dass sich Resilienz dynamisch verändert. Dieser Optimismus ist erlernbar. Indem die lösungsorientierte Sicht auf Probleme gefördert wird, kann die eigene Widerstandskraft gestärkt werden. Das soll nicht heißen, Gefühle wie Trauer, Angst oder Sorge auszublenden und zu verdrängen. Auch nicht, dass Krisen und Stress künftig an einem abprallen. Solche Momente sind wichtig, um Trauerarbeit zu leisten und mit Ereignissen abschließen zu können.

Was genau jedem von uns hilft eine zuversichtliche Erwartungshaltung einzunehmen, ist individuell und den Umständen entsprechend unterschiedlich. Aber um die notwendigen Abwehrkräfte zu entwickelt, muss man schmerzlichen Situationen erst einmal ausgesetzt sein. Erst wer Angriffen ausgesetzt war, lernt daraus für die Zukunft. Dies bestätigt eine US-Studie um den Psychologen Mark Seery. Trauernde, die schwere Schicksalsschläge oder Krankheiten erlebt haben, waren seelisch stabiler.

Grundvoraussetzung dafür ist aber eine positive Grundhaltung und ein positives Umfeld. Menschen, die uns unterstützen und uns Sicherheit geben und in Krisen auffangen. Und natürlich auch die Fähigkeit, die eigenen Grenzen und Fertigkeiten realistisch einzuschätzen und die Energie dort zu investieren, wo man etwas bewegen kann. „Gib mir die Gelassenheit , Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Resilienz im modernen Leben

Diese Worte des US-amerikanische Theologen Reinhold Niebuhr entstanden vermutlich während des Zweiten Weltkrieges und sind als eine Art Gelassenheitsgebet weit verbreitet. Damals ging es um Probleme der Industrialisierung, um unmenschliche Arbeitsbedingungen, um Krisen. Heute befasst sich die Resilienzforschung verstärkt mit dem permanenten Alltagsstress. „Wir wissen, dass dauerhafter Stress krank machen kann“, sagt die Stressforscherin und Psychologin Dr. Jana Strahler.

Wir haben ständig Angst, etwas zu verpassen. Wir müssen jederzeit erreichbar sein und sind ständig in Kontakt mit allem und jedem. FoMO – Fear of missing out – ist die neue Zivilisationskrankheit. Jede freie Minute schwenkt der Blick auf das Handy. In diesen besonderen Zeiten, in denen der Informationsfluss über alle Kanäle verbreitet wird, ist eine kleine Auszeit fürs Gehirn besonders wichtig. Legen Sie medienfreie Zeiten fest. Das gilt auch für Sie in Ihrer Vorbildfunktion.

Konzentrieren Sie sich mehr auf das Hier und Jetzt, auf die schönen Dinge in Ihrem Leben. Sie sollen jetzt Ihr Leben nicht durch eine rosarote Brille verzerren, sondern nur dem Erlebten auch eine gute Seite abgewinnen und darin eine Chance für eine Weiterentwicklung sehen. Schätzen Sie Ihr Freunde, Familie, Gemeinschaft, den Verein. Eine Metastudie ergab, dass stabile soziale Bindungen sogar lebensverlängernde Wirkung haben. Sie wirken sich positiv auf unseren Hormonhaushalt und unser Immunsystem aus.

Ein gesunder Körper kann besser mit Stress umgehen

Zudem helfen ausreichend Bewegung, Sport und Entspannungsübungen dabei, Stresshormone wieder im Körper abzubauen und sich zu erholen. Fördern Sie in diesen Zeiten den Bewegungsdrang, die Bewegungsfreude und den Spieltrieb ihrer Kinder. Körperliche Betätigung, Bewegung und Sport sind zudem Doping für das Gehirn. Die Produktion von Adrenalin, also Stresshormonen, wird reduziert und Endorphine, körpereigene Glückshormone, werden ausgeschüttet. Bewegung ist Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Sprache und für die korrekte Raum-Lage. Bewegung steigert zudem deutlich die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Eine kalifornische Studie bestätigt, dass Jugendliche, die auf ihre Fitness, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf achten, deutlich weniger zu ungesundem Verhalten neigen und viel belastbarer sind.

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Lernen in Zeiten von Corona https://talententwicklung.org/lernen-in-zeiten-von-corona/ Sat, 25 Dec 2021 19:51:38 +0000 https://talententwicklung.org/?p=3722 Schon bevor uns Corona das Lehren und Lernen erschwerte, nahmen Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland Nachhilfe und lerntherapeutische Unterstützung in Anspruch. Jeder vierte Jugendliche hat im Laufe seiner Schulkarriere mindestens einmal für eine gewisse Zeit professionelle Nachhilfe bekommen. Nach

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Schon bevor uns Corona das Lehren und Lernen erschwerte, nahmen Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland Nachhilfe und lerntherapeutische Unterstützung in Anspruch. Jeder vierte Jugendliche hat im Laufe seiner Schulkarriere mindestens einmal für eine gewisse Zeit professionelle Nachhilfe bekommen. Nach einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung geben Eltern in Deutschland für den Nachhilfeunterricht ihrer Kinder insgesamt zwischen 942 und 1.468 Millionen Euro pro Jahr aus. Das war bis dato unser „Normalzustand“.

Schule unter Pandemiebedingungen: Lockdown – Normalbetrieb – Hybridmodell – Lockdown …

In Deutschland herrscht Schulpflicht, also ein Unterricht in der Schule im Klassenverbund. März letzten Jahres beschlossen alle Bundesländer, zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus, die Schulschließung unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Die Schulen waren auf ein solches Szenario nicht wirklich vorbereitet. Erst fand für die Kinder und Jugendlichen kein Unterricht mehr statt, dann wurden sie auf unterschiedlichsten Wegen und unterschiedlich intensiv zuhause mit Lernstoff versorgt. Entsprechend der digitalen Versorgung und Kompetenz der Lehrkräfte wurden die Schüler digital gestützt unterrichtet. Drei Monate später versuchte man sich wieder mit „Normalbetrieb“ unter veränderten Vorzeichen und erschwerten Bedingungen oder mit „Hybridmodus“. Den Begriff „Hybrid“ kennen wir aus der Technik, wenn ein Fahrzeug mit zwei verschiedenen Arten von Energie angetrieben werden kann. Der „Hybridunterricht“ sollte Präsenz- und Online-Lernen verknüpfen, um eine Verbindung zwischen Lernen im Klassenverbund oder kleinen Klassengruppen und Lernen im Homeschooling zu verbinden.

Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen in diesen besonderen Zeiten.

Das Aus für den konstanten Präsenzunterricht stellt für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf eine besondere Herausforderung dar.Besonders gefordert sind jetzt Mütter und Väter von Kindern mit Lernschwierigkeiten wie beispielsweise einer Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche oder Aufmerksamkeitsstörung. Sie sind schon in „normalen“ Zeiten über das gesamte Schulalter hinweg deutlich mehr als andere Eltern gefordert, ihrem Kind zu helfen, es zu stärken und zu unterstützen. Gerade in der Phase des Lesen- und Schreibenlernens stehen sie täglich vor der Herausforderung, ihr Kind bei den Hausaufgaben zu begleiten, sowie mit ihm Lesen und Schreiben zu üben, bei oftmals mäßigem Erfolg. Um die schulischen Aufgaben digital bewältigen zu können, muss man fließend lesen und schreiben können. Schon das Einrichten der Computereinstellungen stellt eine Hürde dar. Ein Kind mit Lernschwierigkeiten erstickt in den vielen schriftlichen Anweisungen.  Hier sind wieder die Eltern gefordert. Diese sind zunehmend mit der Betreuung ihrer Kinder bei gleichzeitig angesagtem Homeoffice überfordert. Schließlich sind die wenigsten Mütter und Väter, die jetzt als Hilfslehrer arbeiten, geschulte Pädagogen oder Therapeuten.

Studien zeigen, dass sie einer höheren Belastung ausgesetzt sind und vermehrt depressive Symptome und ein geringeres gesundheitsbezogenes Wohlbefinden im Vergleich zu Eltern ohne Kind mit Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen aufweisen. Die Kinder und Jugendlichen selbst mit schwerwiegenden Lernproblemen entwickeln nicht selten auch emotionale Probleme wie Ängste, Traurigkeit und Verhaltensprobleme wie körperliche Unruhe, Ablenkbarkeit oder gar Aggressivität. Bei ca. 20 Prozent der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen im Schulalter können sogar Hinweise auf schwere psychische Störungen mit Ängsten bis hin zu Depressionen auch begleitet von Verhaltensstörungen festgestellt werden. Bei Mädchen kommt es doppelt so oft vor wie bei Jungen. Diese Zahlen liefern uns das Robert-Koch-Institut, das uns allen seit der Corona-Krise hinlänglich bekannt ist. Diese psychischen Auffälligkeiten belasten die Betroffenen, die Familie und das soziale Umfeld im hohen Maße und stellen eine seelische Gefährdung dar.

Fördermaßnahmen: Wenn schulische Unterstützung nicht mehr ausreicht.

Für diese Schüler ist eine eins-zu-eins-Betreuung über einen gewissen Zeitraum zentrale Voraussetzung für einen gelungenen Unterricht. Die gute Beziehung zu einer Lehrperson und deren physische Anwesenheit sind nach wie vor die entscheidenden Faktoren für den Lernerfolg. Hier sollte möglichst frühzeitig professionelle Hilfe gesucht werden, sei es die Meinung des Hausarztes, des Kinderarztes, eines Psychologen oder eines Lerntherapeuten. Während die Berufsbezeichnung Arzt und Psychologe gesetzlich geschützt ist, ist die Berufsbezeichnung des Lerntherapeuten in Deutschland frei und genießt keinen besonderen Schutz. Qualifizierte und zertifizierte Lerntherapeuten aber sind Mitglied im Berufsverband für Lerntherapeut*innen (BLT). Die integrative Lerntherapie vereint Erkenntnisse aus den Bereichen der Pädagogik, Psychologie, Psychotherapie, Kognitionswissenschaft sowie der Fachdidaktik Deutsch und Mathematik. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Lern- und Leistungsstörungen in den Bereichen der Lese-Rechtschreib-Störung und der Dyskalkulie, sowie Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen. Mittels Förderdiagnostik wird eine Begabungsanalyse durchgeführt und ein individuelles Förderkonzept erstellt.

Anders als etwa bei der Nachhilfe wird hier zunächst nicht am aktuellen Schulstoff der Schülerin oder des Schülers angesetzt, sondern am individuellen Entwicklungs- und Leistungsstand. Diese Lern- und zugleich Beziehungsebene beeinflusst sehr behutsam die psychischen Entwicklungsprozesse der Kinder und Jugendlichen und verhilft ihnen zu neuem Zutrauen in ihre Fähigkeiten und zu sichtbaren Fortschritten. Da die messbaren Leistungsdefizite nur die Spitze des subjektiven Eisbergs sind und von weiteren verstärkenden Verhaltensauffälligkeiten begleitet werden, sind neben dem Erlernen von Arbeitstechniken das Training von Bewältigungsstrategien zur Reduzierung der Angst und zur bewussten Steuerung der Aufmerksamkeit sowie die Steigerung der Motivation fundamentale Basis.

Vertrauensvolle Beziehung: das A und O für jeden Lernerfolg

Ein positiver Dialog zwischen allen Beteiligten ist ein bedeutender Faktor für eine Veränderung der Lernstruktur. Dazu zählen in erster Linie Eltern, Lehrer und gegebenenfalls weitere Fachleute. Lehrkräfte können oftmals einen anderen Blick auf ihre Schüler erhalten und auf dieser Grundlage lernen, sie dabei zu unterstützen, die in der Lerntherapie gelernten Lerntechniken auch im schulischen Kontext umzusetzen. Zudem kann ihnen Hilfestellung gegeben werden, differenziert zu unterrichten, Aufgabenformate anzupassen sowie etwaige Nachteilsausgleiche einzuräumen.

Die Gespräche mit den Eltern dienen dazu, die Lernschwierigkeiten genauer erkennen zu können und einen ressourcenorientierten Blick auf ihr Kind zu richten, um dessen Stärken zu erkennen und wertzuschätzen. Je intensiver wir die Eltern in den Prozess einbeziehen, theoretischen Hintergrund vermitteln und sie in ihrer Kompetenz stärken, umso erfolgreicher ist die Arbeit. Dieses zu nutzen, gelingt aber nur, wenn die Interaktion in der Hausaufgaben- und Übungssituation, die die Eltern-Kind-Beziehung meist stark belastet, verändert werden kann. Dazu sollten die Arbeitsvoraussetzungen, Arbeitsplatz und Arbeitsbedingungen optimiert werden. Dieses gemeinsame Erleben entlastet die gesamte Familiensituation.

Corona halbiert Lernzeit und Bewegung und steigert Computerspielen, Fernsehen & Handy

Vor der Coronakrise haben Kinder im Durchschnitt knapp siebeneinhalb Stunden gelernt, sechs Stunden in der Schule und etwa eineinhalb Stunden zuhause. „Während Corona ist die Lernzeit auf dreieinhalb Stunden zusammengeschrumpft“, so Bildungsökonom Ludger Wößmann. Parallel dazu stieg der Medienkonsum bei 45 Prozent, also fast der Hälfte der Schülerinnen und Schüler auf acht Stunden und mehr pro Tag. Über ein Viertel der Jugendlichen bewegt sich seit den Kontaktbeschränkungen nahezu überhaupt nicht mehr. Vor Corona waren es nur fünf Prozent. Der akute Bewegungsmangel, sowohl in der Schule als auch im Freizeitbereich, – untersucht an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKM – hat auch großen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden von Jugendlichen. Daher ist es gerade jetzt besonders wichtig, dass Sie Bewegung jeglicher Art in den Pandemiealltag integrieren.  Gemeinsame Spaziergänge im Wald, am Strand, Laufen oder Fahrradfahren können Sie auch mit viel Abstand, denn Bewegung ist das Tor zum Lernen.

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Legasthenie & Dyskalkulie frühzeitig erkennen https://talententwicklung.org/legasthenie-dyskalkulie-koennen-fruehzeitig-erkannt-werden/ Sat, 25 Dec 2021 19:27:35 +0000 https://talententwicklung.org/?p=3705 Es ist bekannt, dass viele Weichen früh gestellt werden. Ob ein Kind auf eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder sogar Legasthenie, auf eine Rechenschwäche oder gar Dyskalkulie zusteuert, lässt sich bereits im Kindergartenalter erkennen. Sie gehören neben Aufmerksamkeitsdefiziten zu den häufigsten Lernstörungen. 57

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Es ist bekannt, dass viele Weichen früh gestellt werden. Ob ein Kind auf eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder sogar Legasthenie, auf eine Rechenschwäche oder gar Dyskalkulie zusteuert, lässt sich bereits im Kindergartenalter erkennen. Sie gehören neben Aufmerksamkeitsdefiziten zu den häufigsten Lernstörungen. 57 Prozent der Kinder mit einer Rechenstörung haben obendrein auch mit einer Lese- oder Rechtschreibstörung zu kämpfen.

Legasthenie und Dyskalkulie werden in der Regel erst ab der zweiten Klasse erahnt und im Laufe der vierten oder fünften Klasse erkannt und getestet. Wer bereits in der 2. Klasse Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen hat, schafft es in der 8. Klasse kaum auf durchschnittliche Leistungen. Betroffene Kinder brauchen eine intensive und spezifische Förderung, bevor sich Lernstörungen gefestigt haben, um sie vor einem schulischen Scheitern zu bewahren.

Jüngste Studien konnten feststellen, dass die Kinder, die später Probleme mit dem Lesen, Schreiben oder Rechnen hatten, bereits im Vorschulalter Schwierigkeiten hatten, Aufgaben zur visuellen Aufmerksamkeit und Differenzierung zu bewältigen. Die betroffenen Kinder konnten Muster von Symbolen schlechter wiedererkennen und von ähnlichen Symbolen unterscheiden.

Auch die Fähigkeit, Laute bestimmten Wörtern zuzuordnen, Schwierigkeiten im Hören und Verstehen von Sprache wurden als Indikator angesehen. Legasthene Menschen haben eine verzerrte Wahrnehmung. Ihnen fehlt bei der Informationsverarbeitung die enge Verknüpfung zwischen Symbolen, Wörtern, Zahlen und deren bildhafter Bedeutung.

Wie kann man Lese-Rechtschreib-Schwäche / Legasthenie vorbeugen?

Um einen leichten Zugang zu Lesen und Schreiben zu bekommen, sollten SchülerInnen einige Voraussetzungen mitbringen. Ein großer Wortschatz befähigt sie zu einem gewandten Gebrauch der gesprochenen Sprache. Dabei sollten Kind zwischen verschiedenen Sprechweisen im Spiel „umschalten“ können, indem sie in verschiedene Spielrollen schlüpfen und Sprechweisen nachahmen. Sie können alle Laute deutlich unterscheiden und aussprechen. Sie haben das Bewusstsein für Wörter, Reime und Silben spielerisch entwickelt. Besondere feinmotorische Fähigkeiten tragen später zu einer entspannten Schreibmotorik bei.

Kleinkinder, die viel digitale Medien nutzen, kennen deutlich weniger Wörter, sind also in ihrer Sprachentwicklung verzögert. Sprachlaute, die man als Kind nicht gehört hat, können später nicht unterschieden werden. Wenn ein Elternteil täglich vorliest, reimt oder singt, ergibt sich hingegen ein positiver Effekt auf die Sprachentwicklung.

Wie kann man Rechenschwäche / Dyskalkulie vorbeugen?

Wie Kinder in früher Kindheit Mathematik erfahren und welche Vorläuferfähigkeiten sie zu Schulbeginn bereits aufgebaut haben, ist prägend für ihre spätere mathematische Kompetenz und ihre Einstellung zur Mathematik. Dazu zählen die Verinnerlichung der Grundbegriffe: Veränderung, Konsequenz, Ursache, Wirkung, Zeit, Reihenfolge und Ordnung, der Umgang mit Raum- und Lagebeziehungen, das Kennen und Benennen von räumlichen Körpern und Figuren, verschiedene Ordnungssysteme und Zuordnungen, Größen- und Mengenverhältnisse, das Abzählen, Zusammenfassen und Gliedern einer Menge von Objekten, das Erkennen von Mustern und das Erfassen von Größen. Denn Mathematik handelt nicht von Zahlen, sondern von unserer Welt, in der wir leben. Mathematik ist überall. Es ist die Sprache der Natur.

Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Start in ein entspanntes Schulleben sind in erster Linie eine sichere Körperkoordination, eine gute räumliche, auditive und visuelle Wahrnehmung und eine kontrollierte Aufmerksamkeitssteuerung. Nur was im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, wird korrekt gespeichert., Spielen, Toben, Sport, Tanzen, Gesellschaftsspiele, Gespräche, Berührungen und Musik sind die beste Anregung und Förderung für Ihr Kind.

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