Mediensucht| Einfach anders lernen. Sat, 03 Aug 2024 09:48:14 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.2 https://talententwicklung.org/wp-content/uploads/2021/10/cropped-Favicon_Zeichenfläche-1-32x32.png Mediensucht| 32 32 207283683 Bewegung ist Nahrung für das Gehirn https://talententwicklung.org/bewegung-ist-nahrung-fuer-das-gehirn/ Sat, 03 Aug 2024 09:45:46 +0000 https://talententwicklung.org/?p=4503 Bewegung ist gut für die Gesundheit, das wissen wir. Aber Bewegung bewirkt noch viel mehr. Sie bildet die Grundlage für die gesamte Persönlichkeit bei Kindern, für Selbstständigkeit und Selbstvertrauen, Impulskontrolle und Frustrationsschwelle sowie Konzentrationsfähigkeit. Bewegung ist das wichtigste Instrument mit

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Bewegung ist gut für die Gesundheit, das wissen wir. Aber Bewegung bewirkt noch viel mehr. Sie bildet die Grundlage für die gesamte Persönlichkeit bei Kindern, für Selbstständigkeit und Selbstvertrauen, Impulskontrolle und Frustrationsschwelle sowie Konzentrationsfähigkeit.

Bewegung ist das wichtigste Instrument mit dem unsere Kinder ihre Umgebung und Umwelt wahrnehmen, erforschen und verarbeiten. Kinder lernen ihren Körper kennen und können so ihre persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten einschätzen. Beim Klettern und Rutschen, beim Balancieren und Schaukeln, beim Turnen und Tanzen, beim Spielen mit Bällen, beim Laufen im Strandsand, beim Schlittern auf einer Eisfläche oder beim Schwimmen können sie Gleichgewicht und Körperkoordination erleben.

Wenn Kinder sich bewegen, verbessert sich nicht nur ihre Körperhaltung, auch das Gehirn ist besser durchblutet. Beim Sport werden Hirnareale angesprochen, die mit dem Arbeitsgedächtnis in Verbindung stehen, einem wichtigen Zwischenspeicher für Informationen. Werden Bewegungsabläufe geübt, vernetzen sich die Nervenbahnen im Gehirn. Dieser Effekt tritt natürlich bei Spiel und Sport viel eher ein, als beim Abhängen vor dem Computer und vor dem Fernseher.

Bewegungsmangel durch digitale Medien steigert Krankheitsrisiko

Laut Medienstudie von DAK-Gesundheit und UKE Hamburg verbrachten Kinder und Jugendliche im Jahr 2023 an einem normalen Wochentag durchschnittlich 150 Minuten mit digitalen Medien, am Wochenende mit 224 Minuten fast vier Stunden täglich. Bei Jugendlichen ab 13 Jahren steigert sich die Nutzungsdauer derzeit auf über 380 Minuten, also über sechs Stunden täglich. Wertvolle Zeit, die ihnen für Sport, Spiel und Bewegung, vor allem an frischer Luft, verloren geht.

Diese Kinder zeigen zunehmend motorische Hyperaktivität, Gewaltbereitschaft, Bewegungsmangel und Übergewicht, sowie Haltungsschäden und Kopfschmerzen. Ein Nährboden für Aufmerksamkeitsdefizite, wie ADS oder ADHS, die die ganze Familie belasten können. Kinderärzte und Krankenkassen warnen daher vor den gesundheitlichen Folgen, wie depressive Verstimmungen, Ängste und ein höherer Stresslevel. Ausreichend Bewegung und Sport helfen dabei, Stresshormone wieder im Körper abzubauen und sich zu erholen.

Bewegungserfahrungen machen Kinder klüger

Fördern Sie den Bewegungsdrang, die Bewegungsfreude und den Spieltrieb ihrer Kinder. Körperliche Betätigung, Bewegung und Sport sind Doping für das Gehirn. Die Produktion von Adrenalin, also Stresshormonen, wird reduziert und Endorphine, körpereigene Glückshormone, werden ausgeschüttet. Kinder können mit Bewegung Belastungen, Stress und Ängste leichter bewältigen. Zudem fördert Sport die Sozialkompetenz der Kinder und den Teamgeist und es entstehen neue Freundschaften.

Bewegt sich ein Kind oder Jugendlicher zu wenig, kann das in späteren Jahren auch zu erheblichen Lernproblemen führen. Bewegung ist Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Sprache und für die korrekte Wahrnehmung von Zeit- und Raumorientierung, von Mengen und Zahlen sowie Buchstaben. Studien belegen, dass Bewegung die Lern- und Gedächtnisleistung sowie Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit deutlich steigert und Kinder viel belastbarer werden. Die Freude am Lernen wächst und somit macht Sport klüger.

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Vater, Mutter, Handy, Kind – Die moderne Familie https://talententwicklung.org/vater-mutter-handy-kind-die-moderne-familie/ Sat, 25 Dec 2021 19:42:50 +0000 https://talententwicklung.org/?p=3714 „Jetzt leg endlich das Handy weg!“ „Ja, gleich, nur noch zehn Minuten…“ Das ständige Daddeln an dem Ding wird zum Dauerbrenner in allen Familien. Bei den Kleineren wird täglich um die gleichen Fragen „Wann“ und „Wie lange darf ich Fifa

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„Jetzt leg endlich das Handy weg!“ „Ja, gleich, nur noch zehn Minuten…“ Das ständige Daddeln an dem Ding wird zum Dauerbrenner in allen Familien. Bei den Kleineren wird täglich um die gleichen Fragen „Wann“ und „Wie lange darf ich Fifa oder Minecraft spielen?“ diskutiert. Bei den Kindern ab 10 Jahren verdirbt das ständige Pling oder Vibrieren von WhatsApp-Nachrichten, Facebook, Instagram und Co. die Stimmung.

Zum Leidensdruck gibt es inzwischen genug Zahlen:

Jugendliche ab 14 Jahren verbringen täglich über 9 Stunden mit digitalen Medien. Der Fernseher spielt dabei mit ca. 200 Minuten eine immer geringere Rolle dank YouTube, Netflix, Maxdome, Amazon Prime und Spotify. 5 Prozent aller 12- bis 17-Jährigen gelten bereits als internetsüchtig. All diese Daten liefern uns die Suchtbeauftragte der Deutschen Bundesregierung, der Branchenverband Bitkom und die jährliche JIM-Studie (Jugend, Information, Multi-Media) und die Blikk-Studie zur Mediennutzung. Blikk ist eine vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte deutschlandweit durchgeführte Umfrage und steht für Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz und Kommunikation. Darin warnen Kinderärzte und Krankenkassen vor den gesundheitlichen Folgen. Besonders besorgniserregend ist aus ärztlicher Sicht die Belastung durch die elektromagnetische Strahlung der WLAN-Frequenz. WLAN-Netzwerke sind in 95 Prozent aller Haushalte die Regel.

54 Prozent der 8- bis 17-Jährigen geben zu, dass ihre schulischen Leistungen wegen ihres Handykonsums leiden. Gehirnforscher belegen, dass bei Kindern und Jugendlichen, die täglich mehr als eine Stunde digitale Medien nutzen, die Lern- und Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit drastisch vermindert wird. Informationen überlagern sich völlig ungefiltert und wichtiger Schulstoff wird nicht in das Langzeitgedächtnis überführt. Stundenlanger Medienkonsum hemmt die Ausbildung der Exekutivfunktion, die Fähigkeit, Ziele konsequent zu verfolgen und Regeln zu verstehen, erklärt der Neurowissenschaftler Dieter F. Braus.

Sie zeigen zunehmend motorische Hyperaktivität, Ängste und Gewaltbereitschaft, Bewegungsmangel und Übergewicht, da sie mehr süße Getränke und Süßigkeiten konsumieren, sowie Haltungsschäden und Kopfschmerzen. Die Gefahr der Isolation wächst, denn auch soziale Fertigkeiten und das richtige soziale Handeln wollen gelernt sein. Aber je mehr Medien genutzt werden, desto geringer ist die Teilnahme an Gemeinschaftsaktivitäten in Vereinen und Gruppen oder freiwilligen Aktivitäten der Schule. Und ich werde nicht müde zu betonen: Bewegung ist das Tor zum Lernen. Eine der häufigsten Folgen sind Schlafstörungen und Schlafmangel, besonders durch die Nutzung am Abend. Jetzt kann man erahnen, warum diese Kinder morgens müde sind und den Erklärungen ihrer Lehrer, die länger dauern als ein TV-Werbespot, nicht mehr folgen können.

Vor allem Jüngere, die intensiv digitale Medien nutzen, haben häufiger Störungen bei der Sprachentwicklung. Sprachlaute, die man als Kind nicht wahrgenommen hat, können später nicht unterschieden werden, dies wies eine neuseeländische Langzeitstudie nach. Wenn ein Elternteil täglich vorliest, ergibt sich hingegen ein positiver Effekt auf die Sprachentwicklung und somit auf die spätere Rechtschreibung. Das Deutsche Jugendinstitut bestätigt, dass 70 Prozent der Kinder im Kindergarten-Alter das Smartphone ihrer Eltern täglich nutzen, bei den 2-Jährigen sind es 26 Prozent, bei den 1-Jährigen 11 Prozent.

Aber das Traurige an dieser Entwicklung ist, dass nicht die Kinder daran schuld sind, sondern wir Erwachsene. Wir setzen die Kinder vor die Bildschirme und stellen sie damit ruhig. 70 Prozent der 2- bis 5-Jährigen können sich weniger als zwei Stunden ohne die Nutzung von digitalen Medien selbständig beschäftigen. Die Schlussfolgerung der Forscher: Erlernen Kinder nicht frühzeitig Medienkompetenz, haben sie ein höheres Risiko, ihren Umgang mit digitalen Medien später nicht kontrollieren zu können.

Warum sind digitale Fürsorge und konsequente Vereinbarungen so wichtig?

Natürlich heißt es immer: „Der richtige Umgang mit den digitalen Medien, die einen hohen Stellenwert in Beruf und Gesellschaft eingenommen haben, sollte frühzeitig geübt werden.“ Oder: „Ich will es meinen Kindern nicht verbieten, sie sollen lernen damit eigenverantwortlich umzugehen.“ Doch als Lerntherapeutin kann ich Ihnen eines sagen: „Um gegen Silicon Valley zu widerstehen, brauchen Ihre Kinder übermenschliche Kräfte. Meine beiden Jungs haben die bisher nicht aufbringen können. Sie wollen überall dabei sein und nichts verpassen. Ich frag mich immer, wen interessiert bloß, was meine Söhne essen und ständig ist der Handy-Speicher voll. Doch da kommen schon wieder die Likes und Followers. Programmentwickler und Softwaredesigner sind nicht umsonst hochbezahlte Berufe. Sozialpsychologen nennen dieses Phänomen der neuen Gesellschaft FOMO, Fear Of Missing Out, die Furcht etwas zu verpassen.

Aber natürlich gibt es auch tolle Lernprogramme, Vokabelsoftware, didaktisch gut aufbereitete Spiele, bei denen Kinder die Konzentration und Intelligenz schulen können. Aber die fördern nicht den Dopamin-Ausstoß wie Spiele und Bilder. Tief im Gehirn sitzt eine Ansammlung von Nervenzellen, die für Glücksgefühle zuständig sind. Diese Zellen werden aktiviert, wenn etwas unerwartetes Positives geschieht. Alle süchtig machenden Stoffe: Kokain, Heroin, Alkohol, Nikotin und Süßigkeiten sprechen dieses Zentrum an. Sucht entsteht im Gehirn als ein fehlgesteuertes Belohnungssystem. Seit 16 Jahren wissen wir, dass dieses Zentrum auch durch digitale Medien angesprochen wird.

Es geht nicht um ein generelles Verbot, sondern um eine geregelte Medienkompetenz und Konsumbeschränkung. Auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Entdecken Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die digitalen Geräte und Welten, um den bewussten Umgang damit zu erlernen und die Informationsflut einordnen zu können. Treffen sie Vereinbarungen, klare Regeln, am besten schriftlich, wann und wie lange gedaddelt werden darf: eine halbe Stunde Medien für eine Stunde Bewegung oder das Lesen eines Buches, keine zwei Medien gleichzeitig, kein Handy beim Essen, kein Handy vor dem Einschlafen. Nutzen sie die Möglichkeiten der technischen Medieneinschränkung an allen Geräten: setzen sie mit einer Kindersicherung Zeitlimits und sperren sie unerwünschte Seiten oder Programme. Eine Mannheimer Studie diagnostiziert „Kontrollverlust, Machtlosigkeit und Überforderung“ auf Seiten der Eltern. Beweisen Sie das Gegenteil.

Was können Eltern daraus lernen?

Sicherlich wäre einiges auch leichter, wenn wir Erwachsenen bessere Vorbilder wären. Auch wir verbringen einen Großteil unserer Arbeitszeit vor einem Bildschirm, shoppen online und benutzen WhatsApp. 1/3 der Kinder leben in einem Haushalt, in dem die Eltern den Fernseher die meiste Zeit des Tages laufen lassen, egal, ob jemand fernsieht. Hinterfragen Sie einmal kritisch Ihr eigenes Mediennutzungsverhalten, wie häufig Sie selbst aufs Handy schauen und wann Sie es bewusst beiseitelegen. Überlegen Sie, das Smartphone in Momenten, die Sie mit Ihrem Kind verbringen, auch mal wegzulassen. Was gibt es Schöneres als den eigenen Kindern beim Spielen zuzuschauen, erste Worte wahrzunehmen oder erste Schritte mitzubekommen? Berühren Sie Ihr Smartphone häufiger als Ihr Kind, dann fühlen sich Kinder vernachlässigt und bringen es in Therapiesitzungen so zum Ausdruck: „Hätte meine Mutter mich nur einmal so lieb, wie ihr Handy“. Gerade am Anfang läuft Kommunikation über Blickkontakt und geteilte Aufmerksamkeit. Wenn Eltern aber ständig mit ihrem Smartphone beschäftigt sind, verpassen sie wichtige Gelegenheiten, das mitzuerleben, was ihr Kind gerade beobachtet und lernt. Genießen Sie den kurzen Moment ohne ihn gleich zu posten. Nutzt die Mutter, während sie ihren Säugling betreut, parallel digitale Medien, hat das Kind eher Fütter- und Einschlafstörungen. Eine neuseeländische Studie zeigte, dass mit jeder Stunde Medien-Nutzung die Elternbindung um 13 Prozent sinkt. Gönnen Sie sich und Ihrer Familie Offline-Zeiten. Schenken Sie sich gemeinsame Unternehmungen oder Spieleabende, einfach Zeit und Aufmerksamkeit, die als Erinnerung in Ihren Köpfen und Herzen bleiben.

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