Lernstrategien| Einfach anders lernen. Sun, 26 Dec 2021 10:24:39 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.2 https://talententwicklung.org/wp-content/uploads/2021/10/cropped-Favicon_Zeichenfläche-1-32x32.png Lernstrategien| 32 32 207283683 Resilienz dient als Schutzschild unserer Seele https://talententwicklung.org/3727-2/ Sat, 25 Dec 2021 19:58:29 +0000 https://talententwicklung.org/?p=3727 Wovon hängt es im Leben ab, ob jemand zu einer stabilen Persönlichkeit heranwächst und sich zu einem psychisch widerstandsrobusten Menschen entwickelt? Das Zauberwort der Wissenschaft heißt: Resilienz. Und wie belastbar sind Sie? Wie gehen Sie mit Veränderungen um? Der Begriff

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Wovon hängt es im Leben ab, ob jemand zu einer stabilen Persönlichkeit heranwächst und sich zu einem psychisch widerstandsrobusten Menschen entwickelt? Das Zauberwort der Wissenschaft heißt: Resilienz. Und wie belastbar sind Sie? Wie gehen Sie mit Veränderungen um?

Der Begriff ‚Resilienz‘ stammt aus der Physik und bezeichnet Stoffe, die sich unter Druck verformen lassen und danach aber wieder in Ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Wie beispielsweise ein Schwamm, den man ausdrückt oder ein Tennisball, der auf einen Schläger trifft. „Trifft ein Stressereignis auf mich ein, reagiere ich eventuell kurz mit Schlafstörungen, aber generell schaffe ich es, meine seelische Gesundheit aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.“, so formuliert es die Resilienzforscherin Dr. Isabella Helmreich.

Resiliente Menschen zeigen nach Stressereignissen weniger körperliche Symptome und ein anpassungsfähigeres Gehirn als andere Mitmenschen. Sie verfügen über aktive Stressbewältigungsstrategien und neigen zu einer eher optimistischen Lebenshaltung. Sie verfügen über mehr soziale Kontakte und achten auf eine gesunde Lebensweise.

Kernmerkmale seelischer Widerstandkraft

Was haben resiliente Menschen gemeinsam? Sie finden relativ schnell wieder in ihren Gleichgewichtszustand zurück. Sie durchleben diese Krisenzeit oder andere Widrigkeiten ganz bewusst. Sie erfahren gleichermaßen einen Zuwachs an Belastbarkeit und gehen aus einer Krise gestärkt hervor.

Die Wissenschaft durchdringt dieses Phänomen immer tiefer. Es ist eng verknüpft mit Stress und Angst und den organischen Reaktionen unseres Stresssystems im Körper. Bei resilienten Menschen sinken die Stresshormone schneller. Entzündungsprozesse oder Herz-Kreislauferkrankungen sind seltener oder fallen schwächer aus. Sie produzieren Botenstoffe, die das Gedächtnis stärken und den Aufbau neuer Verknüpfungen ermöglichen.

Heute wissen wir, dass hierfür nicht alleine die genetische Disposition verantwortlich ist, sondern das Zusammenspiel mit unserer Umwelt. Aber welche Faktoren sind für die seelische Widerstandfähigkeit eines Menschen zuständig?

Schutzfaktoren psychischer Widerstandfähigkeit

Resiliente Menschen haben starke soziale Kompetenzen und sind von einem stabilen sozialen Netzwerk umgeben. Das wiederum gibt ihnen Sicherheit und festigt ihr Selbstkonzept. Die Bindung liefert Vorbilder auch zu Menschen, die bereits Krisen erfolgreich gemeistert haben. Hieraus ziehen sie die Überzeugung und Kraft, Schicksalsschläge oder Krankheiten auch erfolgreich bewältigen zu können. Der Austausch mit den Erfahrungen anderer, die Tendenz im Umkehrschluss auch anderen zu helfen und beizustehen, führt dazu, eigene Erlebnisse und Sichtweisen neu zu überdenken. Daraus entwickelt sich ein flexibleres Repertoire auf veränderte Bedingungen zu reagieren.

Resiliente Menschen akzeptieren auch schneller das Unausweichliche und können mit positivem Optimismus in die Zukunft sehen. Sie haben die Gabe, das Glas als ‚halb voll‘ zu beschreiben. Wir konzentrieren uns allzu oft auf das, was nicht klappt. Wenn sich eine Chance, eine Tür schließt, so schauen wir meist auf diese geschlossene Tür und bemerken nicht, wie sich eine andere Tür für uns auftut. Verhaltensmuster wie “Das schaff ich ja sowieso nicht“ oder „Das hat alles keinen Sinn“ sind in der Psychologie als selbsterfüllende Prophezeiung bekannt. Was ich denke, beeinflusst mein Handeln. Ich kann mir also mit meiner Einstellung im Privatleben oder Beruf selbst im Wege stehen oder mich beflügeln.

Resilienz lässt sich trainieren

Lange Zeit glaubte man Resilienz sei eine genetisch bedingte feste Größe. Neue Studien belegen aber, dass sich Resilienz dynamisch verändert. Dieser Optimismus ist erlernbar. Indem die lösungsorientierte Sicht auf Probleme gefördert wird, kann die eigene Widerstandskraft gestärkt werden. Das soll nicht heißen, Gefühle wie Trauer, Angst oder Sorge auszublenden und zu verdrängen. Auch nicht, dass Krisen und Stress künftig an einem abprallen. Solche Momente sind wichtig, um Trauerarbeit zu leisten und mit Ereignissen abschließen zu können.

Was genau jedem von uns hilft eine zuversichtliche Erwartungshaltung einzunehmen, ist individuell und den Umständen entsprechend unterschiedlich. Aber um die notwendigen Abwehrkräfte zu entwickelt, muss man schmerzlichen Situationen erst einmal ausgesetzt sein. Erst wer Angriffen ausgesetzt war, lernt daraus für die Zukunft. Dies bestätigt eine US-Studie um den Psychologen Mark Seery. Trauernde, die schwere Schicksalsschläge oder Krankheiten erlebt haben, waren seelisch stabiler.

Grundvoraussetzung dafür ist aber eine positive Grundhaltung und ein positives Umfeld. Menschen, die uns unterstützen und uns Sicherheit geben und in Krisen auffangen. Und natürlich auch die Fähigkeit, die eigenen Grenzen und Fertigkeiten realistisch einzuschätzen und die Energie dort zu investieren, wo man etwas bewegen kann. „Gib mir die Gelassenheit , Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Resilienz im modernen Leben

Diese Worte des US-amerikanische Theologen Reinhold Niebuhr entstanden vermutlich während des Zweiten Weltkrieges und sind als eine Art Gelassenheitsgebet weit verbreitet. Damals ging es um Probleme der Industrialisierung, um unmenschliche Arbeitsbedingungen, um Krisen. Heute befasst sich die Resilienzforschung verstärkt mit dem permanenten Alltagsstress. „Wir wissen, dass dauerhafter Stress krank machen kann“, sagt die Stressforscherin und Psychologin Dr. Jana Strahler.

Wir haben ständig Angst, etwas zu verpassen. Wir müssen jederzeit erreichbar sein und sind ständig in Kontakt mit allem und jedem. FoMO – Fear of missing out – ist die neue Zivilisationskrankheit. Jede freie Minute schwenkt der Blick auf das Handy. In diesen besonderen Zeiten, in denen der Informationsfluss über alle Kanäle verbreitet wird, ist eine kleine Auszeit fürs Gehirn besonders wichtig. Legen Sie medienfreie Zeiten fest. Das gilt auch für Sie in Ihrer Vorbildfunktion.

Konzentrieren Sie sich mehr auf das Hier und Jetzt, auf die schönen Dinge in Ihrem Leben. Sie sollen jetzt Ihr Leben nicht durch eine rosarote Brille verzerren, sondern nur dem Erlebten auch eine gute Seite abgewinnen und darin eine Chance für eine Weiterentwicklung sehen. Schätzen Sie Ihr Freunde, Familie, Gemeinschaft, den Verein. Eine Metastudie ergab, dass stabile soziale Bindungen sogar lebensverlängernde Wirkung haben. Sie wirken sich positiv auf unseren Hormonhaushalt und unser Immunsystem aus.

Ein gesunder Körper kann besser mit Stress umgehen

Zudem helfen ausreichend Bewegung, Sport und Entspannungsübungen dabei, Stresshormone wieder im Körper abzubauen und sich zu erholen. Fördern Sie in diesen Zeiten den Bewegungsdrang, die Bewegungsfreude und den Spieltrieb ihrer Kinder. Körperliche Betätigung, Bewegung und Sport sind zudem Doping für das Gehirn. Die Produktion von Adrenalin, also Stresshormonen, wird reduziert und Endorphine, körpereigene Glückshormone, werden ausgeschüttet. Bewegung ist Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Sprache und für die korrekte Raum-Lage. Bewegung steigert zudem deutlich die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Eine kalifornische Studie bestätigt, dass Jugendliche, die auf ihre Fitness, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf achten, deutlich weniger zu ungesundem Verhalten neigen und viel belastbarer sind.

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Fernseher im Kinderzimmer ? https://talententwicklung.org/fernseher-im-kinderzimmer/ Sat, 25 Dec 2021 19:32:40 +0000 https://talententwicklung.org/?p=3708 Digitale Medien zu nutzen, ist im Leben unserer Kinder selbstverständlich. Sie gehören zu den beliebtesten Geschenken. Jeder zehnte Dreijährige benutzt bereits das Internet. Jeder fünfte der Sechs-Siebenjährigen besitzt ein Smartphone. Vom zehnten Lebensjahr an verbringen rund 98% aller Kinder und

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Digitale Medien zu nutzen, ist im Leben unserer Kinder selbstverständlich. Sie gehören zu den beliebtesten Geschenken. Jeder zehnte Dreijährige benutzt bereits das Internet. Jeder fünfte der Sechs-Siebenjährigen besitzt ein Smartphone. Vom zehnten Lebensjahr an verbringen rund 98% aller Kinder und Jugendlichen täglich 160-230 Minuten online an Smartphones, Laptops, Tablet-PCs oder Spielkonsolen mit Computerspielen, Musikvideos oder Videoclips. Dazu trifft man sich auf Facebook, in WhatsApp-Gruppen, stellt ein Selfie oder gar sein Essen auf Instagram oder Snapchat. Sie dürfen nichts verpassen, müssen ihr virtuelles Leben retten, um zügig zu „leveln“ und in der Highscore-Tabelle oben zu stehen. Jede freie Minute müssen im Pokemon Go-Fieber Monster gejagt und trainiert werden.

Diese Daten liefern uns regelmäßig der Branchenverband Bitkom und die jährliche JIM-Studie (Jugend, Information, Multi-Media), die auf Selbsteinschätzung der Kinder basiert. Und da bleibt wirklich kaum noch Zeit für non-mediale Freizeitaktivitäten, wie Sport, Musik oder gar für Hausaufgaben oder Vertiefung von Erlerntem.

Warum der Handy-Konsum unsere Kinder verändert und die Mattscheibe kein Babysitter ist.

Der Gehirnforscher Manfred Spitzer belegt, dass bei Kindern und Jugendlichen die Lern- und Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit drastisch vermindert wird. Informationen überlagern sich völlig ungefiltert und wichtiger Schulstoff wird nicht in das Langzeitgedächtnis überführt. Stundenlanger Medienkonsum hemmt die Ausbildung der Exekutivfunktion, die Fähigkeit, Ziele konsequent zu verfolgen und Regeln zu verstehen, erklärt der Neurowissenschaftler Dieter F. Braus. Kinderärzte und Krankenkassen warnen vor den gesundheitlichen Schäden. Besonders besorgniserregend ist aus ärztlicher Sicht die Belastung durch die elektromagnetische Strahlung der WLAN-Frequenz. WLAN-Netzwerke sind in 95% aller Haushalte die Regel.

Die Folgen durch exzessive Nutzung sind Aufmerksamkeitsstörungen, Lese- Rechtschreibschwäche und Sprachauffälligkeiten, Ängste und Mutismus, Schlafstörungen und Gewaltbereitschaft, Bewegungsmangel und  Übergewicht, Haltungsschäden und Kopfschmerzen, Tinnitus und „painful thumb“, Depressionen und soziale Isolation.  

Clay Shirky, Professor für Neue Medien in den USA, hat seinen Studenten jetzt untersagt Computer, Tablets und Smartphones in seinem Seminarraum zu benutzen. Seine Begründung: „Wir wissen, dass Multitasking schlecht für die Qualität geistiger Arbeit ist und negative Langzeitfolgen für das explizite Gedächtnis hat. Kinder sind einfach nicht fähig, neue Informationen in ihrem Gesichtsfeld zu ignorieren“. Die Fokussierungsleistung leidet, es führt zu Selbstkontrollverlust. Sollten wir daher wirklich die Qualität von Schule nach dem Einsatz von Whiteboards oder Tablets beurteilen?

Warum feste Regeln bei der Smartphone-Nutzung wichtig sind. Warum Funkstille hilft.

Kein anderes Thema sorgt für so viel Konfliktpotential in den Familien. Familien planen ihren Urlaub danach, ob die gewünschte Unterkunft kostenloses WLAN anbietet, weil die Kinder ansonsten nicht mitfahren wollen. Eine Mannheimer Studie diagnostiziert „Kontrollverlust, Machtlosigkeit und Überforderung“ auf Seiten der Eltern.

Es geht nicht um ein generelles Verbot, sondern um eine geregelte Medienkompetenz und Konsumbeschränkung. Auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Laut Jahresbericht der Suchtbeauftragten der Bundesregierung gilt jeder sechste zwischen 14 bis 24 als stark suchtgefährdet. Dabei genügt es nicht an die Vernunft und Einsicht der Kinder zu appellieren, die Verführungen und Ablenkungen sind zu mächtig. Daher gehören Fernseher, Computer & Co nicht ins Kinderzimmer.

Begleiten und unterstützen sie ihr Kind im bewussten Umgang mit dem Informationschaos. Digitales Lernen ist eine bereichernde Kompetenz. Es gibt zahlreiche empfehlenswerte Spiele und Lern-Apps. Treffen sie Vereinbarungen, klare Regeln, am besten schriftlich, wann und wie lange am Rechner gesessen werden darf: eine halbe Stunde Medien für eine Stunde Bewegung oder das Lesen eines Buches, kein Handy beim Essen. Halten sie diese auch konsequent ein mit allen vereinbarten Konsequenzen. Nutzen sie die Möglichkeiten der technischen Medieneinschränkung an allen Geräten: setzen sie mit einer Kindersicherung Zeitlimits und sperren sie unerwünschte Seiten oder Programme. Entscheidend ist dabei, dass sie, liebe Eltern, als Vorbild vorangehen: sind sie permanent online oder nehmen sie sich Offline-Zeiten?  Aber vor allem, bieten sie ihren Kindern eine Alternative, schenken sie ihnen Zeit und Aufmerksamkeit.

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Legasthenie – Wenn Buchstaben keinen Sinn ergeben https://talententwicklung.org/legasthenie-wenn-buchstaben-keinen-sinn-ergeben/ Sat, 25 Dec 2021 18:11:29 +0000 https://talententwicklung.org/?p=3700 Trotz intensiver Übungen und überdurchschnittlicher Intelligenz erreichen manche Kinder keine altersgemäße Lese- und Rechtschreibfähigkeit. Es fällt ihnen schwer geschriebene in gesprochene Sprache umzusetzen und umgekehrt. Diese Symptomatik zeigt sich oft schon ab dem 2.Schuljahr. Langsames und stockendes Lesen macht jedes

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Trotz intensiver Übungen und überdurchschnittlicher Intelligenz erreichen manche Kinder keine altersgemäße Lese- und Rechtschreibfähigkeit. Es fällt ihnen schwer geschriebene in gesprochene Sprache umzusetzen und umgekehrt. Diese Symptomatik zeigt sich oft schon ab dem 2.Schuljahr. Langsames und stockendes Lesen macht jedes Schulfach zu einem Problem. Zum Beispiel beim Lesen von Textaufgaben, beim Zusammenfassen und Wiedergeben eines Textes oder Erarbeiten eines Referates. Ein Teufelskreislauf von Nachhilfe, Stress, Bauch- und Kopfschmerzen, Schulangst, Wutausbrüchen oder Motivationslosigkeit beginnt.

Schriftbild, Aussprache und Bedeutung müssen eine Einheit bilden.

Lesen ist die Schlüsselfähigkeit für den Erwerb von Bildung. Aber Lesen und Schreiben sind komplexe Vorgänge. Dabei müssen eine ganze Reihe von Teilfertigkeiten beherrscht und verknüpft werden. Zunächst müssen die Buchstaben eindeutig identifiziert, als Buchstabenkette zusammengezogen und das Wort als Ganzes erfasst werden. Dazu müssen verschiedene Informationen über Wörter gespeichert sein, die eng miteinander verknüpft sind: (1.) die Orthographie, wie genau wird ein Wort geschrieben (2.) die Phonologie, wie genau wird es ausgesprochen (3.) die Semantik, die Bedeutung eines Wortes. Fehlt eines dieser drei Bausteine, löst es Verwirrung aus, die sich mit zunehmender Textlänge steigert.

Beim Lesen richtet man die Aufmerksamkeit aber nicht auf die Buchstaben, sondern auf die Bedeutung, auf das Verstehen des Gelesenen, man konstruiert die Realität im Kopf. Schaut man auf eine Uhr, so interessiert man sich nicht für das Design der Uhr, sondern für die Uhrzeit.

Legastheniker haben einen anderen Lernstil

Forschungen belegen, dass legasthenische Menschen für die schriftliche Sprachverarbeitung überwiegend die rechte, also die künstlerisch, intuitive Gehirnhälfte benutzen. Jedes gesprochene oder geschriebene Wort gibt sofort Anlass, es in ein inneres Bild umzusetzen. Da sich diese Art des Denkens im Unterbewusstsein abspielt, sind sich die meisten Legastheniker dessen nicht bewusst. Und da beginnt das Dilemma.

Die Schule fordert verstärkt die analytische, linkshirngesteuerte Denkstruktur. Damit sind legasthenische Kinder im Unterricht benachteiligt. Hören, Aufschreiben und Wiederholen durch Lesen führt nicht zu wirklichem Verstehen von neuen Unterrichtsinhalten. Sie können den wesentlichen Zusammenhängen im Unterricht nicht folgen und schalten ab. Das ist ungefähr so, als ob sie ein word-Programm für windows gekauft haben und wollen es auf ihren Apple-PC spielen. Das Programm werden sie nicht zum Laufen bringen.

Jedes Kind kann lesen lernen mit den passenden Lernstrategien

Bei der Informationsverarbeitung müssen beide Gehirnhälften zu einem sinnvoll vernetzt denkenden Tandem verknüpft werden. Der Schlüssel zu erfolgreichem Lesen und Schreiben ist, den bevorzugten Lernkanal eines Schülers anzusprechen, die passenden Lernstrategien einzusetzen und somit die volle Aufmerksamkeit herzustellen. Nur was im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, wird korrekt gespeichert. Das Abspeichern realer Begriffe wie Baum, Elefant, laufen oder groß ist recht einfach. Schwieriger wird es bei Begriffen wie Ewigkeit,heiß oder rechts. Aber was ist die Bedeutung von allein, je, denn, desto oder zwar? Erst wenn wir uns bewusst zu den bildlosen Wörtern oder Lernwörtern Bilder anlegen, um zu verstehen, was sie bedeuten und diese mit dem Schriftbild und der Aussprache verbinden, kann sich die Legasthenie auflösen.

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