Lesen und Rechnen sind komplexe Vorgänge.

Legasthenie-Ursache
Legasthenie eine Folge von leeren Bildern.

Beim Lesen müssen eine ganze Reihe von Teilfertigkeiten beherrscht und verknüpft werden. Wir nehmen Eindrücke aus unserer Umwelt wahr und setzen sie zu einem Ganzen zusammen. Dies geschieht im Gehirn, genau gesagt im Großhirn. Dabei verarbeiten unsere zwei Gehirnhälften alle Informationen unterschiedlich. Die linke Gehirnhälfte ist zuständig für das analytische Denken, besonders für Sprache und Logik. Sie sammelt Details und ordnet sie zu strukturiert gegliederten Informationen. Die rechte Gehirnhälfte verarbeitet mehrere Informationen als Ganzes. Durch sie erhalten wir einen Gesamteindruck der Dinge, die uns umgeben. Rechts befinden sich auch unser visuelles Gedächtnis, das Körperbewusstsein, die Orientierung im Raum, das Gefühl und die Kreativität.

Legastheniker benutzen hauptsächlich die rechte Gehirnhälfte

Beide Gehirnhälften sind über 300 Mill. Nervenbahnen verbunden und arbeiten bei der akustischen und visuellen Informationsverarbeitung zusammen. Je einfacher der Wechsel zwischen den Gehirnhälften stattfindet, desto leichter und entspannter können wir lernen.

Forschungen belegen, dass legasthenische Menschen für die schriftliche Sprachverarbeitung überwiegend die rechte, also die Gestaltgehirnhälfte benutzen (B. Landwehrmeyer, 1990). Sie haben eine andere Art, die Umwelt wahrzunehmen. Sie denken primär und schneller in geistigen oder sensorischen Bildern. Da sich diese Art des Denkens im Unterbewusstsein abspielt, sind sich die meisten Legastheniker dessen nicht bewusst. Sie sehen in Bildern. Jedes gesprochene oder geschriebene Wort gibt sofort Anlass es in ein Bild umzusetzen.

Ursachen von Legasthenie: Legastheniker denken in Bildern
Selbsttest: Was spielt sich beim Lesen in Ihrem Kopf ab?

Das Wort Baum zum Beispiel verstehen wir nur, wenn wir auch sein Bild in unserem Gehirn abrufen können. So liest er Baum und lässt lebhaft einen Baum vor seinem „inneren Auge“ entstehen. Das Bild kann er ganz plastisch von verschiedenen Blickwinkeln betrachten, ganz dreidimensional. Wie auch immer er es betrachtet, es ist und bleibt ein Baum. Das englische Wort für Tisch „table“  können wir erst verstehen, wenn wir es unter demselben Bild abspeichern.

Die Schule fordert verstärkt die analytische Denkstruktur. Damit sind legasthenische Kinder benachteiligt.

Legasthenie verdrehen Buchstaben im Kopf
Ein Legastheniker betrachtet nun ein b von allen Seiten und produziert ein  d –  p –  q.

 

Jetzt trifft er auf die Wörter der, mit, denn, desto, zwar und es entsteht kein Bild. Leere. Kann ein Legastheniker kein Bild vor seinem inneren Auge produzieren, so führt es zu Verwirrung und Fehlern. Sie verlieren die Orientierung, die sich mit zunehmender Textlänge steigert.